Arian wäre ohne Kerem vermutlich nicht mehr hier.
Nicht im dramatischen Sinn.
Nicht so, dass man es von außen gesehen hätte.
Aber Kerem hat es einmal selbst gesagt: dass er ihn davor bewahrt hat, zu ertrinken. Und Arian wusste, was er damit meinte.
Sie kannten sich lange.
Nicht von Anfang an eng, nicht ohne Reibung, aber mit der Zeit so, dass es selbstverständlich wurde, dass der andere da ist.
Es waren keine großen Momente, die das ausgemacht haben.
Eher solche Dinge wie eine Einladung auf ein Eis, die man einfach annimmt. Oder ein Nachmittag, der länger wird als geplant.
Und dann war das Café.
Das Café der verbotenen Wünsche.
Dort hatte sich für Arian eine Welt aufgetan, ein Zufluchtsort in einer Zeit, in der es nur ausgeleuchtete Ecken ohne Verstecke gab, er sich kaum spürte und die einzigen Momente, wo er wieder in seinen Körper kam, war, wenn alles brannte und schmerzte. Ein Asyl – nicht nur der Ort, sondern der Mensch, der ihn für ihn geöffnet hatte.
Sie waren mehr als Freunde, eine Zeit lang.
Und in all dem war Kerem derjenige, der den Überblick behalten hat. Der geblieben ist, wo es einfacher gewesen wäre zu gehen. Der Dinge ausgehalten hat, für die Arian weder die Geduld noch die Größe gehabt hätte.
Also was immer Kerem von Arian will – er bekommt es. Und wenn es ihm das Herz bricht, ihn gehen zu lassen, dann ist das so.
Wohin gehst du, Kerem Morena?
Wohin?


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